Renkenangeln mit der SPRO Sensitive Felchen

Der Monat April ist für die meisten Raubfischangler die Zeit, in der das Tackle der vergangenen Saison gereinigt und neu sortiert wird, neue Köder zugelegt werden und man sich auf die kommende Saison vorbereitet. Für mich beginnt am 1.4. jeden Jahres die eigentliche Fischereisaison auf meinem Hausgewässer. Die meisten großen Voralpenseen im österreichischen Salzkammergut sind ja über den gesamten Winter komplett gesperrt. Umso höher ist die Motivation, wenn es dann endlich losgeht. Natürlich sind Hecht, Zander und Barsch auch bei uns zu dieser Zeit geschont und befinden sich mitten im Laichgeschäft. Daher beginnt meine Saison mit der überaus spannenden und extrem feinen Fischerei auf Renken (auch Maränen oder Felchen genannt), die auch an vielen Großgewässern in Deutschland gern beangelt werden.

Renken bringen sowohl an der Rute als auch in der Küche Spaß.

Ein Blick auf meine Renkenköder 

Diese Salmonidenart, die häufig in eben diesen großen, tiefen und kühlen Seen vorkommt, ernährt sich im Frühjahr hauptsächlich von Nymphen, also kleinen Zuckmückenlarven, die vom Gewässergrund langsam an die Oberfläche steigen, um dort zu schlüpfen. Diese meist rot oder schwarz gefärbten, ca. 3-10mm langen „Würmchen“ gilt es also zu imitieren. Dazu bindet man mit speziellem Bindegarn eine farbige Wicklung um kleine gekrümmte Haken. Ich verwende dazu gerne den „C12“-Nymphenhaken von Gamakatsu in den Größen 018-012, hauptsächlich fische ich jedoch die 014er Größe. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und jeder „Renkenspezi“ schwört auf eine andere Farbkombination. Diese Nymphen werden dann in ca. 30cm langen Abständen mit maximal 5 Haken auf ein System, eine so genannte Hegene, geknüpft. Das Material hierfür sollte Fluorocarbon in den Stärken 0,14-0,20mm sein. Fertig ist das Renkensystem.

Die fertigen Hegenen werden auf kleine Rollen gewickelt, sodass man sie jederzeit gut sortiert griffbereit hat.

Die gebundenen Nymphen präsentiere ich an einen Seitenarm.

Die Anforderungen an eine Renkenrute

Grundsätzlich kommen für mich zwei Arten in Frage, wie ich das System anbiete. Zum einen mithilfe eines Renkenschwimmers etwas abseits vom Boot, zum anderen vertikal unter dem Boot. Letztere ist meine Lieblingsmethode zum Renkenfischen, denn hier habe ich die Rute in der Hand und muss jeden feinen Biss sofort mit einem Anhieb parieren. Mit langsamen Anheben und Senken der Rutenspitze imitiert man den langsamen Aufstieg der Fliegenlarven. Da die Renken in den meisten Fällen sehr fein beißen und sich der Biss dabei nur in einem wenige Millimeter weitem unnatürlichem Zupfen in der Rutenspitze bemerkbar macht, ist es wichtig, mit extrem feinem Gerät zu Fischen. Trotzdem sollte das Rückgrat der Rute stark genug sein, um einen kampfstarken Fisch, der auch mal deutlich über 50cm (die größten mir bekannten Exemplare liegen bei 70-80cm!) werden kann, vernünftig ausdrillen zu können.

Im Drill zeigen Renken ihre Kampfkraft.

Eine typische Renkenpose.

Die Montage fürs Renkenangeln

Für diese Angelart eignet sich die neue SPRO „Sensitive Felchen“ Rute ausgezeichnet. Ich habe in den letzten Tagen sehr viele Fische in guten Größen überlisten können und muss sagen, dass ich von der Performance dieser Rute richtig begeistert bin. Die Bisserkennung ist sehr gut und wird durch die eingefärbte Spitze zusätzlich vereinfacht. Die Rute ist in 2,10m und 2,40m erhältlich, wobei ich die kürzere Ausführung favorisiere. Ähnlich wie bei einer Feederrute sind auch hier drei auswechselbare Spitzenteile im Lieferumfang enthalten. Der verschiebbare Rollenhalter bietet den Vorteil, dass man die Position der Rolle individuell ändern kann. Als Rolle kommt eine 500er Größe zum Einsatz, die mit einer 0,08-0,10mm starken Geflechtschnur bespult wird. Am Ende der Hauptschnur knotet man einen kleinen, aber stabilen Karabinerwirbel, in dem die Hegene eingehängt wird. Am Ende kommt noch ein 5-10g schweres Blei-, Messing oder Tungstengewicht an die Montage, um das System zum Grund zu bringen und auf Spannung zu halten.

Auf diesem Bild ist der verschiebbare Rollenhalter der SPRO Sensitive Felchen gut zu erkennen.

Das Renkenangeln ist mehr als eine Alternative zum Raubfischangeln

An guten Tagen, wenn man den Schwarm einmal gefunden hat, sind auch Fänge von 50 und mehr Fischen pro Tag möglich. Natürlich gehören auch Schneidertage wie bei jeder anderen Angelart dazu. Nichtsdestotrotz macht die Renkenfischerei einen riesigen Spaß und verkürzt für mich die Wartezeit auf die Raubfischsaison. Wenn ihr die Möglichkeit bzw. ein Gewässer mit Maränenbestand in der Nähe habt, probiert diese Art der Fischerei einmal aus. Ich bin mir sicher, dass sich der ein oder andere vom „Renkenfieber“ anstecken lässt!

Eine traumhafte Kulisse. Als Renkengewässer kommen vor allem Talsperren oder Voralpenseen in Frage.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Renkenfischen. Wer Lust auf bewegte Bilder hat, kann sich das folgende Video zur Rute anschauen. Petri Heil aus Österreich,

euer Daniel Hemetsberger