Nachts auf Barsch bei Minusgraden (Teil 2) – Köder und Köderführung

Die besten Erfahrungen habe ich mit Ködern zwischen 7 und 10cm gemacht. Das scheint auf den ersten Blick etwas zu groß für Barsche. Um die im Winter trägeren Stachelritter verführen zu können, darf die Portion schon etwas größer ausfallen – schließlich lohnt sich der Kraftaufwand im Winter für eine große Mahlzeit mehr, als für mehrere kleinere. Bei der Frage nach dem richtigen Köder für das Spinnfischen im Dunkeln scheiden sich die Geister. Einige Angler behaupten, dass es nachts nur auf den Lauf und nicht auf die Farbe ankommt. Einige sehen es genau anders. Ich bewege mich da in der Mitte und bevorzuge Gummifische mit kleinem Schaufelschwanz (Low-Action-Shads) in UV-aktiven Farben. Die allgemeine Behauptung, dass im Winter No-Action-Shads die besseren Köder sind, kann ich nicht unterstreichen.

Köder unter UV-Licht

Um die UV-Aktivität eines Köder zu testen, eignet sich eine UV-Lampe.

UV-aktive Köder

Doch viel wichtiger als der Köder ist die Köderführung. Der beste Köder bringt nichts, wenn er im Winter zu tief, zu flach oder zu schnell geführt wird. Egal, welchen Köder ich im Winter nutze – bei mir gilt die Faustregel „so schnell wie nötig und so langsam wie möglich“.

Für das Werfen mit Gummifischen haben sich zwei Varianten bewährt. Bei der ersten nutze ich möglichst leichte Jigköpfe zwischen 5 und 10g und faulenze mit nur einer einzigen (manchmal auch einer halben), langsamen Rollendrehung. Die Absinkphase ist hierbei aufgrund des geringen Gewichts recht lang. Manchmal mögen Barsche auch genau das Gegenteil. Dann nutze ich Gummifische an einem eigentlich überbleiten Jigkopf (z.B. 21g), werfe ihn aus und lasse ihn zwischendurch einfach für einige Sekunden liegen, ehe ich den Köder mit einer Umdrehung weiterfische. In diesem Fall bekommt man häufig Bisse von Fischen, die sich einfach auf den Köder „drauflegen“. Eine weitere Variante, die mit Jigköpfen ebenfalls sehr gut funktioniert, ist das „Schleifen“. Hierbei nutze ich ebenfalls schwere Jigköpfe, die ich einfach monoton, langsam und stets in Grundnähe einhole. Damit dies möglichst verlustfrei funktioniert, sollte man den Gewässergrund kennen und Steine und Hindernisse ausschließen können.Eine weitere Möglichkeit für eine langsame Köderpräsentation ist das Carolina-Rig. Um eine möglichst lange und langsame Absinkphase zu erhalten, nutze ich hierbei länge Vorfächer bis 80cm und schwere Offset-Haken an schwimmenden Ködern.

Spundwan

An der Spundwand tummeln sich die Räuber vor allem an den Übergängen von Licht und Schatten.

Die meiner Erfahrung nach effizienteste Methode für das Barschangeln in Häfen ist jedoch das sogenannte „Spundwand-Schleppen“. Hierfür lasse ich einfach den Gummifisch mit einem 14-21g Jigkopf an der Spundwand zum Grund sinken. Dann nehme ich Kontakt zum Köder auf und laufe so langsam wie möglich die Spundwand ab. Wichtig ist hierbei, dass der Köder sich immer in Grundnähe befindet (deshalb der schwere Jigkopf). Da sich die Gewässertiefe auch an Spundwänden ändert, sollte man immer wieder kontrollieren, ob der Köder sich auch weit unten befindet. Diese Angelart ist zwar äußerst langsam und auf den ersten Blick recht langweilig, aber der Biss eines 40+ Spundwandbarsches ist es wert.

Wer lieber mit Wobblern angelt, kann das „Spundwand-Schleppen“ ebenfalls probieren. Hierfür eignen sich sehr tieflaufende Wobbler, die auch bei geringer Geschwindigkeit zügig auf Tiefe kommen.

Um effektiv an der Spundwand schleppen zu können, eignen sich kürzere Barschruten mit sensibler Spitze und guter Rückmeldung besonders gut. Da ich zwischendurch auch immer mal den ein oder anderen Wurf mache, nutze ich mittlerweile nur noch Ruten mit 2,40m Länge und einem Wurfgewicht bis 30g.

Welche Ruten und Rollen geeignet sind, erfahrt ihr im dritten Teil (Teil 3 ab 03.01.2020 online).