Nachts auf Barsch bei Minusgraden

Zugegeben: Der Barsch an sich ist kein typischer Nachträuber. Klar, beim Ansitzangeln mit Wurm oder Köderfisch geht sicherlich an jedem Gewässer mal der ein oder andere Barsch auch in der Dunkelheit an den Haken. Beim Spinnfischen sieht die Sache oft anders aus. Dennoch gibt es einige Regionen und Gewässer in Deutschland, an denen sich Barsche nachts mit Gummifisch, Wobbler und Co.  gut fangen lassen. Bevor man jetzt jedoch spontan ans Wasser fährt und sein Glück beim Barschangeln versucht, sollten vorher einige Dinge beachtet werden, damit die Wahrscheinlichkeit auf eine schöne Winterkirsche besonders hoch ist.

Dicker Barsch beim Nachtangeln

Mit der richtigen Taktik am richtigen Ort kann man auch im tiefsten Winter erfolgreich schöne Barsche fangen.

Häfen sind ideale Standplätze für Barsche im Winter

Standortwahl

Wer an seinem Gewässer Hafenanlagen hat, die nachts auch noch beleuchtet und zugänglich sind, hat schonmal die besten Voraussetzungen, vor allem dann, wenn das Ufer mit Spundwänden ausgebaut ist. Meiner Meinung nach gibt es keine besseren Barsch-Spots im Winter, als die Häfen großer Flüsse. Im Vergleich zum Fluss ist das Wasser hier im Winter deutlich wärmer, da es dort keine großartige Strömung gibt und parkende Schiffe mit laufenden Motoren zusätzlich Wärme abstrahlen. Darüber hinaus sind Häfen häufig tiefer als Flüsse. Hier tummeln sich im Winter nicht nur Kleinfische; auch die Räuber sind nicht weit.

Nachts auf Zander

Auch ein Zander kann beim gezielten Barschangeln im Lichtkegel auf seine Beute lauern.

Beim Angeln an der Spundwand ein praktisches Hilfsmittel: der Spundwandkescher

Wer an Spundwänden angelt, sollte einen Spundwandkescher mit langem Seil dabei haben. Alternativ zum Seil geht auch eine automatische Hundeleine.

Im Gegensatz zu Zandern, die auch nachts etwas mehr Strukturen wie Steinschüttungen und Brückenanlagen bevorzugen, halten sich Barsche gerne unmittelbar in der Nähe von Spundwänden und Schiffen auf – vorausgesetzt, es gibt eine Lichtquelle in der Nähe. Häufig sieht man im Lichtkegel auch im Winter noch Futterfische in Oberflächennähe. Ich muss zugeben, dass ich bisher in der totalen Dunkelheit bis auf wenige Ausnahmen keine großen Erfolge verbuchen konnte. Sobald aber etwas Licht in der Nähe ist, stehen die Chancen auf einen Fang sehr gut.

Wo Licht ist, sind auch die Räuber

Beleuchtete Bauwerke wie dieses Wehr sind potenzielle Hotspots.

Die interessante Tiefe in Häfen liegt meiner Erfahrung nach bei 2 bis 5m, auch im tiefsten Winter. Mit der Kopflampe habe ich auch schon Barsche deutlich flacher an Übergängen zu gefrorenen Steinpackungen sehen können.

Wer keine Hafenanlagen in der Nähe hat, sollte sein Glück unbedingt mal an einem tiefen und beleuchteten Wehr versuchen. Hierfür bietet sich häufig der obere Bereich eines Wehres an. Häufig sind Wehre in Tore unterteilt, sodass vor einigen Toren eine starke Strömung herrscht. In diesem Fall ist der strömungsberuhigte Bereich die richtige Wahl.

Beleuchtete Brücken und Brückenpfeiler sind ebenfalls eine gute, wenn auch häufig sehr hängerträchtige Wahl.

Im zweiten Teil erfahrt ihr dann, welche Köder beim Barschangeln im Winter am besten funktionieren und worauf es bei der Köderführung ankommt (Teil 2 ab 27.12.2019 online) .