Ein Klassiker fürs Gummifischangeln – der Jigkopf

Die Wahl des richtigen Hakens ist bei der Fülle im Angelladen häufig gar nicht so einfach. Denn was nützt einem die beste Rutenkombo oder Köder mit dem attraktivsten Lauf, wenn am Ende der Haken nicht hält, rostet oder stumpf wird?! Es gibt unzählige Arten von Haken, die speziell für das Raubfischangeln entwickelt wurden: Einzelhaken, Zwillingshaken und Drillinge in verschiedenen Formen. Der wohl bekannteste Vertreter unter den Raubfischhaken ist der Jigkopf, der speziell für das Gummifischangeln entwickelt wurde.

Der klassische Rundkopf

Der wohl beliebteste Jigkopf beim Gummifischangeln auf Zander, Barsch und Hecht – der klassische Rundkopf-Jig.

Jigköpfe

Bei Jigköpfen handelt es sich um Einzelhaken, die in eine Form gelegt und schließlich mit Blei als Gewicht vor der Hakenöse übergossen werden. Mittlerweile gibt es auch Jigköpfe aus anderen Materialien (z.B. Tungsten) und mit unterschiedlichen Pulverlackbeschichtungen für einen farblichen Reiz.

Lackierter Jigkopf Gamakatsu

Ein farbiger Jigkopf dient als zusätzlicher Reiz.

Einsatzgebiete

Jigköpfe eignen sich ausschließlich für Gummifische, die in der Regel am Grund oder in Grundnähe aktiv gefischt werden. Die bekanntesten Angelmethoden sind hierbei das Faulenzen, das Jiggen und das Vertikalangeln. Um einen Gummifisch auf den Jigkopf aufziehen zu können, wird die Hakenspitze vorne in den Kopf gestochen und schließlich mittig aus den Rücken des Köders geführt. Um das Ganze so einfach wie möglich zu gestalten, gibt es auch Gummifische (z.B. den SPRO IRIS Popeye oder den SPRO IRIS the Frog) mit einem sogenannten Hakenindikator. So findet man für seine Jigkopfgröße die richtige Austrittstelle am Köderrücken.

Mithilfe des Hakenindikators an Ködern wie dem SPRO IRIS the Frog findet man jederzeit die richtige Austrittsstelle für die Hakenspitze.

Hakengrößen

Jigköpfe sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die Größe 1 ist beispielsweise kleiner als die Größe 1/0. Man kombiniert Köder bis zu 8 cm Länge am besten mit der Hakengröße 2/0 und einen 9 bis 13 cm langen Köder mit Hakengröße 3/0. Bei extrem großen Ködern, z.B. bei 30 cm langen Twistern wie den SPRO Shockwave nutzt man beispielsweise einen 8/0er-Jigkopf, der im ersten Drittel aus dem Köder tritt und montiert zusätzlich einen Angsthaken (dazu mehr im Blog „Angsthaken und Stinger“). Die tatsächliche Größe der Jigköpfe bzw. Jighaken ist allerdings abhängig vom jeweiligen Hersteller. Die Hakenindikatoren von SPRO Gummifischen passen perfekt zu den Jigköpfen von SPRO, die aus Gamakatsu-Haken gegossen wurden.

Der Stinger mit Jigkopf

Ohne Zusatzdrilling hätte dieser Fisch ins „Leere“ gebissen und wäre nicht hängengeblieben.

Hakenbogen und Gewichte

Ebenfalls wichtig bei der Wahl des Jigkopfes ist die Größe des Hakenbogens. Je höher und breiter ein Gummiköder ist, desto größer sollte der Hakenbogen ausfallen, damit der Haken so weit wie möglich aus dem Köder ragt und bei einem Biss sicher greifen kann. Das Gewicht des Jigkopfes sollte so gewählt werden, dass der Köder nicht von der Strömung fortgetragen wird und jederzeit ein guter Kontakt zum Köder spürbar ist.

Andererseits sollte der Jigkopf auch nicht zu schwer sein. An einem See benötigt man in der Regel deutlich leichtere Jigköpfe (z.B. 7g) als an einem Fluss, wo häufig 24g oder mehr nötig sind. Darüber hinaus ist es manchmal hilfreich, mit den Gewichten zu experimentieren. Denn an einem schwereren Kopf sinkt der Köder auch schneller zum Grund. Brauchen die Räuber etwas Bedenkzeit vor dem Biss, ist ein schwerer Köder bzw. Jigkopf häufig die falsche Wahl. Dennoch ist es hin und wieder möglich, dass Zander und Barsche wie wild auf einen Köder beißen, der wie ein Stein zu Boden sinkt. In deiner Köderbox sollten sich also Jigköpfe mit scharfen Haken in verschiedenen Gewichten befinden.

Sind die Räuber so aggressiv wie dieser Hecht, ist kein Stinger notwendig.

Jigkopfformen

Es gibt viele verschiedene Jigkopfformen und -eigenschaften. Die Rundkopfform gehört zu den Klassikern und erlaubt den Ködern ein recht freies Spiel, kippt auf harten Böden jedoch gerne unkontrolliert um.

Eine weitere beliebte Form ist der Football Jig, dessen Form an einen Football oder eine Pille erinnert. Dieser Jig stabilisiert vor allem flankende Köder und reduziert das Köderspiel. Beim Aufkommen am Grund lässt dieser Kopf eure Köder nicht zur Seite wegkippen.

Die dritte bekannteste Form ist der Erie Jig. Dieser Kopf ist recht stromlinienförmig und eignet sich daher für das Angeln von Buhnen am Strom.

Einige Hersteller haben eine Bleiwulst auf dem Jigkopf, die ein Stück vor der Bleikugel auf den Haken hinausragt. Die Verdickung sorgt dafür, dass der Gummiköder fest am Haken hält. Allerdings ist hierdurch ein Köderwechsel ohne ein Zerstören des Gummifisches nahezu unmöglich. Aus diesem Grund gibt es Jigkopfmodelle von SPRO, an denen eine kleine Gummiköderhalterung montiert ist.

Biss auf einen farbigen Jigkopf

Auf diesem Bild ist ein lackierter Erie-Jig zu sehen, der sich in seiner Form und seinem Laufverhalten vom Rundkopf-Jig unterscheidet.

Wie wird der Jigkopf montiert?

Erfahrene Raubfischangler wissen, dass die meisten Raubfischattacken dem Kopf des Köders gelten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man seinen Jigkopf möglichst im ersten Köderdrittel aus dem Gummifisch ragen lässt. Es gibt natürlich auch Fälle, in denen die Räuber etwas vorsichtig und eher in den Schwanzbereich beißen. Allerdings ist dann die Zeit des Angstdrillings gekommen. Man sollte in diesem Fall auf keinen Fall versuchen, einen langen Jigkopf am Köderende durchzustecken, da hierdurch der Lauf des Gummifisches versteift wird und möglicherweise nicht mehr richtig läuft.

Im nächsten Kapitel beschäftigen wir uns mit einem weiteren Einzelhaken: dem Dropshothaken.

Bis dahin viel Erfolg am Wasser,

euer Gamakatsu-Team