Mit Kunstköder auf Forelle – Einzelhaken statt Drilling

Schon seit vielen Jahren fische ich bevorzugt mir der leichten Spinnrute auf wilde Bachforellen, gerne auch mit der Wathose im Wasser stehend. Bei dieser Fischerei sind die Fische bei der Landung häufig nicht ganz ausgedrillt, weshalb man bei der Verwendung von Drillingen äußerst vorsichtig sein sollte. Außerdem ist die Verwendung von Drillingen in vielen Forellengewässern nicht gerne gesehen oder gar verboten. Aus diesem Grund nutze ich beim Spinnfischen auf Forellen seit vielen Jahren Einzelhaken für meine Wobbler, Spinner und Co.

Der Vorteil von Einzelhaken

Viele Angler zwicken von ihrem Drilling einfach nur zwei Haken ab. Hier sind Fehlbisse durch den zu kleinen Hakenbogen vorprogrammiert. Einige Angler verwenden auch normale „Karpfenhaken“- aber auch das ist nicht ideal, denn durch das kleine Öhr verkantet sich der Haken häufig, sodass der Fisch sich schneller und einfacher aushebeln kann. Wenn die Forelle des Lebens an den Haken geht und deshalb aussteigt, ist der Ärger groß.

Viel eleganter und vor allem weniger anfällig für Fehlbisse sind spezielle Kunstködereinzelhaken mit einem großen und weiten Öhr. Doch Öhr ist nicht gleich Öhr. Achtet darauf, dass das Öhr zu euch zeigt, wenn der Haken auf der Seite liegt. Nur so kann der Haken sich später im Sprengring optimal und ohne zu verkanten bewegen.

Ich nutze gerne Haken von Gamakatsu, die eine waagerechte große Öse aufweisen und so ohne zu verkanten sicher im Fischmaul greifen.

Was brauche ich alles zum Umrüsten?

Die passenden Einzelhaken der Hakengröße 4 bis 8 und kleine Sprengringe (ich schalte gerne zwei Stück hintereinander, um die Aussteigerquote so gering wie möglich zu halten). Ganz wichtig ist meiner Meinung nach eine Micro-Sprengringzange, mit deren Hilfe ich blitzschnell die Sprengringe öffnen und den neuen Haken aufziehen kann.

Bei Spinnern ist ein starker Seitenschneider Pflicht, mit dem ich die alten Haken entferne und via Sprengring einen neuen Haken befestige.

Sprengringzange für den Hakenwechsel

Eine Frage, die ich häufig zu hören bekomme…

Steigen durch die Verwendung der Einzelhaken die Fehlbisse, bzw. verliere ich dadurch mehr Fische?

Die Antwort ist ganz einfach: nein! Meiner Erfahrung nach ist es bei maßigen Fischen auf jeden Fall nicht so. Meine Fehlbissquote ist im Vergleich zu meinen früher verwendeten Drillingen weder höher noch niedriger, die Aussteiger gefühlt (wohl bedingt durch den größeren Hakenbogen) sogar deutlich niedriger.

Probiert es aus! Mit dem richtigen Werkzeug und den notwendigen Kleinteilen könnt auch ihr eure Kunstköder blitzschnell wechseln. Ich wünsche euch viel Erfolg beim Angeln,

Euer Simon Gottschall