Angeln auf Hecht im Freiwasser – Tipps und Hilfsmittel

Aus den letzten Teilen dieser „Freiwasser-Serie“ wissen wir bereits, wann und wo sich der Versuch auf einen Freiwasserhecht lohnen kann. Wir werfen den Köder unseres Vertrauens, montiert am optimalen Tackle in die „Wasserwüste“ und driften dabei unsere Bahnen über das Gewässer. Und plötzlich ein Einschlag in der Rute, auf den wir so lange gewartet haben. Doch was jetzt? In diesem Artikel gibt es weitere Tipps und Empfehlungen von Hilfsmitteln für das gezielte Angeln auf Hecht im Freiwasser.

SPRO Twist Lock Net

Der Hecht liegt im Kescher. Für die weitere Versorgung sind Hilfsmittel wie Zangen und eine Abhakmatte ein Muss.

Die richtige Bremseinstellung

Die Einschläge im Freiwasser kommen absolut aus dem Nichts und meist extrem brachial. Auch nach stundenlangem Werfen ohne Kontakt muss man deshalb versuchen, konzentriert zu bleiben um den Biss umgehend mit einem massiven Anhieb zu parieren. Denn, ist man zu sehr abgelenkt, verpasst man den Biss schnell und der Hecht hat den Köder wieder ausgespuckt, bevor man reagieren konnte. Aber gerade diese überraschenden Fischkontakte sind der Grund, warum beim Freiwasserwerfen auf Hecht absolute Suchtgefahr besteht!

Im Drill kann man die Bremseinstellung gerne etwas lockern, um die blitzartigen Fluchten der agilen Räuber auszugleichen und Fischverlusten vorzubeugen. Während des Angelns sollte die Bremse jedoch richtig fest sein, um beim Anhieb die Haken auch vernünftig in das Fischmaul treiben zu können. Einer der großen Vorteile, die man beim Freiwasserfischen hat, ist, dass sich der Fisch in keinem Hindernis festsetzen kann. Also kann man beruhigt Drillen ohne Sorge haben zu müssen, den Hecht in Steinen, versunkenen Bäumen oder ähnlichem zu verlieren. Vor der Landung sollte der Fisch auch richtig ausgedrillt werden, damit er im Kescher oder am Boot möglichst wenig herumschlägt. Dabei kann es nämlich zu ernsten Verletzungen kommen. Sowohl beim Angler als auch beim Fisch.

Ein kapitaler Hecht aus dem Freiwasser

Ein Hecht in dieser Größe hat eine enorme Kraft. Auch außerhalb des Wassers. 

Die Abhakmatte

Egal, ob der Hecht schließlich entnommen und verspeist oder zurückgesetzt werden soll – es ist in jedem Fall wichtig, waidgerecht und respektvoll mit dem Tier umzugehen! Dazu gehört auch die schonende Landung. Ist der Fisch ausgedrillt und er legt sich auf die Oberfläche, ist es häufig kein Problem, die schonendste Landungsmöglichkeit, den Kiemendeckelgriff, zu praktizieren. Oft verzichte ich allerdings aus Selbstschutz auf diese Landungsart, und zwar immer dann, wenn ich die beiden Drillinge des Release-Systems nicht sehe, weil sie zu tief im Hechtmaul sind. Dann kommt bei mir der Kescher zum Einsatz. Ein ausreichend großer Kescher, der in vielen Augen vielleicht sogar als übertrieben angesehen wird, bietet mehrere Vorteile. Zum einen hat der Fisch darin genug Platz um im Kescher zu verweilen, während man Utensilien wie Zange, Abhakmatte und ähnliches vorbereitet. Zum anderen kann gerade beim Freiwasserwerfen der absolute „Endgegner“ jenseits der 130cm Marke einsteigen. Und hängt dann einmal der Lebensfisch am Haken und der Kescher ist nicht groß genug, sodass man ihn vor den Füßen verliert, wird man sich auf ewig ärgern. Deshalb sollte man immer für den größtmöglichen Fisch vorbereitet sein!

SPRO Predator Mat 140

Eine Abhakmatte hilft beim Versorgen und schützt die Schleimhaut der Fische.

Wichtige Werkzeuge beim Angeln

Zu weiteren wichtigen Utensilien gehören eine lange Lösezange. Ich bevorzuge Modelle mit Pistolengriff, da sie gut in der Hand liegen und viel Kraft auf den Haken ausgeübt werden kann. Ein großer Seitenschneider ist auch wichtig, um beispielsweise das System abkneifen zu können, wenn der Hecht die Haken tief im Maul oder bereits bei den Kiemen sitzen hat. So kann man den Drilling von hinten durch die Kiemendeckel entfernen, ohne dem Fisch unnötig verletzen zu müssen. Eine Abhakmatte, wie die SPRO „Predator Mat“, schont die Schleimhaut der Hechte und bietet gleichzeitig ein Längenmaß, um die Ausmaße des Fisches in kurzer Zeit ermitteln zu können. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Matte, bevor der Fisch darauf gelegt wird, nass gemacht wird! Ansonsten kann die Schleimhaut trotzdem beschädigt werden und zurückgesetzte Fische bekommen Pilzinfektionen, an denen sie wiederum verenden können.

Eines der wichtigsten Werkzeuge beim Raubfischangeln: der Seitenschneider

Ich hoffe ich konnte euch in dieser „Freiwasser-Serie“ einen kleinen Einblick in diese spannende Art der Fischerei, meine persönliche Lieblingsfischerei, bieten. Viel Spaß und viel Erfolg beim Ausprobieren.

Dickes Petri Heil und schöne Grüße aus Österreich!

Euer Daniel Hemetsberger