Angeln auf Hecht im Freiwasser – Rute und Rolle

Das Spinnfischen auf Hecht im Freiwasser kann durchaus produktiv sein und die Durchschnittsgröße der Fische ist in der Regel deutlich größer, als es in Ufernähe der Fall ist. Trotzdem scheuen die meisten Angler diese Art der Fischerei, da sie es sich einfach nicht vorstellen können, ihre Köder durch scheinbar fischleeres Wasser ohne Struktur und über extremen Tiefen zu präsentieren. Der wichtigste Schritt zu einem erfolgreichen Freiwasser-Angler ist daher, die eigenen Zweifel zu vergessen und mit Vertrauen an das Ganze heranzugehen, auch wenn Stunden und Tage ohne einen einzigen Fischkontakt vergehen. Um für das Angeln auf Hecht im Freiwasser gerüstet zu sein, möchte ich euch in der folgenden Serie die wichtigsten Grundlagen dieser Angelart beschreiben.

Ein Hechtdrill im Freiwasser

Wer es mit Hechten im Freiwasser aufnimmt, sollte stabile Ruten, Rollen und Kleinteile nutzen.

Das richtige Tackle

Beginnen wir mit dem richtigen Set-Up. Logischerweise braucht man für das Freiwasserangeln einen schwimmbaren Untersatz, sprich ein Boot, Kajak oder ähnliches. Da auf jedem Gewässer unterschiedliche Gesetzliche Bestimmungen vorherrschen, kann das vom kleinen Ruderboot bis zum Bassboat mit 300PS alles Mögliche sein. Darauf möchte ich jetzt allerdings nicht genauer eingehen.

Im Freiwasser ist die Beute der Hechte im Schnitt auch deutlich größer als in Ufernähe. Um die entsprechend großen und damit schweren Köder auf Distanz zu bringen, benötigt man Spinnruten mit hohem Wurfgewicht ab 100g aufwärts. Die Aktion der Rute sollte recht schnell sein und das Rückgrat sehr steif. Nicht etwa, um feine Bisse zu spüren oder den Köder gefühlvoll zu animieren, sondern um einen knüppelharten Anhieb setzen zu können. Um die vergleichsweise großen und dickdrahtigen Drillinge in das knöcherne Hechtmaul zu treiben, ist ein kraftvoller Anhieb unumgänglich.

Hecht aus dem Freiwasser

Freiwasser-Hechte sind in der Regel deutlich kampfstärker, als man es von Hechten aus kleineren Gewässern kennt.

Rolle und Schnur

Ob Multirolle oder Stationärrolle ist im Endeffekt Geschmacksache. Bei Multirollen bietet sich eine 300er bis 400er Größe an, bei Stationärrollen sollten es eher 4000er bis 5000er Größen sein. Wichtig bei der Verwendung von Stationärrollen ist, dass man darauf achtet, dass das Getriebe auf hohe Belastungen ausgelegt ist. Bei den modernen Extra-Leichtbauweise Rollen besteht oft die Gefahr, dass durch das dauerhafte Werfen von Bigbaits das Getriebe relativ schnell zu Schaden kommt. Stationärrollen aus der Salzwasserangelei sind hierbei oft eine gute Alternative, da diese schon besonders robust gebaut werden.

Als Hauptschnur kommen 8-fach geflochtene Schnüre mit Stärken zwischen 0,20-0,25mm zum Einsatz. Die hohe Tragfähigkeit braucht man, um bei den knallharten Bissen und dem direkten Anhieb bei geschlossener Bremse keinen Schnurbruch zu riskieren. 4-fach geflochtene Schnüre sind, meiner Meinung nach, beim Einholen in den Rutenringen zu laut und üben eine Scheuchwirkung im Wasser aus.

Hechtrute fürs Freiwasser

Meine Lieblingsrute für das Werfen auf Hecht im Freiwasser – die SPRO SP1

Vorfächer für Freiwasserhechte

Das Vorfach wird bestenfalls mittels FG-Knoten oder einen No-Knot-Verbinder an die Hauptschnur gebunden. Bei diesen Verbindungsmöglichkeiten entstehen so gut wie keine Tragfähigkeitsverluste aufgrund der Knoten und somit ist eine weitere Schwachstelle im Set-up eliminiert. Als Vorfachmaterial kommt entweder vernünftiges 7×7 Stahl oder Fluorocarbon mit Stärken ab 0,90mm zum Einsatz. Was ihr am Ende verwenden wollt, bleibt ganz euch überlassen. Ich habe noch keine großartigen Unterschiede bezüglich des Beißverhaltens feststellen können. Ich favorisiere trotzdem das Gamakatsu G-Line Fluorocarbon in 0,95mm Durchmesser.

Am Ende sitzt noch ein stabiler SPRO „double insurance lock Snap“ Einhänger, um die stabile Verbindung zwischen Köder und Angler abzurunden.

No-Knot Verbinder mit Fluorocarbon

Ob mit oder ohne No-Knot, Stahl oder Fluorocarbon… Hauptsache stabil!

Die SPRO SP1 in Aktion

Größere Köder sind für das Freiwasserwerfen ideal. Da darf das Tackle nicht zu schwach ausfallen.

Mit diesem Tackle solltet ihr keine Probleme mit der Freiwasserangelei auf Hecht bekommen. Auch die kapitalsten Fische, welche bei dieser Fischerei durchaus hängen bleiben können, könnt ihr so ohne Probleme ausdrillen und landen.

Welche Köder beim Freiwasserangeln zum Einsatz kommen, wo sich ein Versuch lohnt und weitere nützliche Tipps erfahrt ihr in den kommenden Teilen dieser „Freiwasser-Serie“.

Bis dahin, dickes Petri Heil aus Österreich!

Euer Daniel Hemetsberger