Angeln auf Hecht im Freiwasser – Köder

Im ersten Teil dieser „Freiwasser-Serie“ habe ich bereits kurz erwähnt, dass die Köder für das Angeln auf Hecht im Freiwasser im Schnitt eher größer ausfallen als bei der Fischerei in Ufernähe. Was heißt „größer“? Und wie ködert man diese Gummischlappen an? Um das und mehr geht´s in diesem Beitrag.

Hecht mit Bigbaits

Die stabilen Haken hängen sicher im Hechtmaul.

Ködergrößen

Große Gummiköder beginnen in meinen Augen bei 20cm Länge. Bis zu einer Länge von ca. 35cm kommen fast alle Köder dieser Kategorie als Wurfköder in Frage. Köder kleiner als 18cm nutze ich im Freiwasser in der Regel nicht, da kleinere Köder zu wenig Druck im Wasser erzeugen und so zu wenig Aufmerksamkeit erregen. Wichtig ist auch eine große Silhouette des Köders bei Betrachtung von unten. Das kann entweder durch ein an sich breites Profil oder durch sehr ausladende Flankbewegungen erreicht werden.

Als gute Einstiegsköder in die Freiwasserangelei empfehle ich den 18cm „The Boss“ in verschiedenen Farben. Einerseits lässt er sich durch die vergleichsweise geringe Größe und damit dem geringen Gewicht einfach werfen, wodurch man mit einer Hechtrute von unter 100g beginnen kann und sich nicht gleich zu Beginn das Ultra-Heavy-Tackle zulegen muss. Durch die extreme Flankbewegung, begründet durch den nach oben gerichteten Schwanzteller, ist er auch sehr auffällig im Wasser und erzeugt eine breite Silhouette, die der Hecht von unten wahrnehmen kann. Für die etwas mutigeren unter euch eignet sich auch der „Shockwave“ – mit seinen 30cm Länge ein guter Einsteigerköder. Generell halte ich Twisterschwanzköder im Freiwasser für eine echte Geheimwaffe.

Eine kleine, aber feine Auswahl an Hechtködern fürs Freiwasser.

Köderfarben

Zu den Köderfarben. Im Freiwasser bevorzuge ich eher natürliche Dekore, also eher bläuliche, grünliche oder weiße Färbungen. Auch mit Fischdekoren wie Weißfisch- und Salmoniden- Imitationen hab ich schon gute Erfolge erzielen können. Bei trübem Wetter greife ich auch gerne auf Firetiger und andere extrem schockige Dekore zurück. Allgemein kann man sagen, wie sonst auch, je besser die Sicht desto natürlicher das Dekor – und umgekehrt. Man sollte aber auch darauf achten, an welchem Gewässer man fischt und was dort die Hauptnahrung der Hechte im Freiwasser ist. Mit der Imitation des üblichen Futterfisches liegt man in der Regel bei keinem Wetter falsch!

Die SPRO Spiral Systeme sind die ideale Alternative für große Jigköpfe.

Ködermontage

Die verwendeten Köder montiere ich im Freiwasser ausnahmslos an unseren SPRO „Softbait Spiral Stinger“- Systemen oder an selbst gebauten Systemen mit den identen Komponenten. Von Jighaken sehe ich bei dieser Fischerei ab, da die langen Hakenschenkeln der 10/0er oder 12/0er Jighaken, die bei so großen Ködern leider benötigt werden, als klasse Hebel dienen, den sich der Hecht zu Nutze macht um sich den Haken los zu schütteln. Oft habe ich gerade große Fische nach kurzer Drillzeit verloren und mich grün und blau geärgert, bis ich auf die Release-Systeme umgestiegen bin. Seither gehören Aussteiger eher zur Ausnahme als zur Regel. Da die Attacken normalerweise von unten oder seitlich von hinten kommen, greifen die unten hängenden Drillinge optimal. Nach dem Biss lösen sich die Haken vom Gummifisch und der Hecht kann über direkten Kontakt ausgedrillt werden. Dadurch, dass der Gummiköder meistens neben dem Maul hängt, wird er durch die scharfen Hechtzähne auch nicht so stark beschädigt, was sich wiederum positiv auf die Haltbarkeit des Köders auswirkt.

Drillingssystem für Gummifische

Zwei Drillinge anstelle eines Jigkopfes führen im Freiwasser zum Erfolg.

DEN EINEN Köder fürs Freiwasser gibt es selbstverständlich, wie bei jeder anderen Angelart, nicht. In unterschiedlichen Gewässern haben die Fische auch unterschiedliche Verhaltensweisen, was sich wiederum auf die Köderwahl auswirken sollte. Im Großen und Ganzen macht Versuch klug. Trotzdem hoffe ich euch in diesem Beitrag eine Hilfestellung gegeben zu haben, mit der ihr leichter den Köder eures Vertrauens auswählen könnt.

Keine Angst vor großen Ködern! Auch vermeintlich kleinere Hechte attackieren große Gummifische.

In diesem Sinne ein dickes Petri aus Österreich!

Euer Daniel Hemetsberger